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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Voller Einsatz

Zur Not hilft der Landwirt von nebenan

Zur Not hilft der Landwirt von nebenan

Trotz Schneechaos im Tecklenburger Land: Ambulanter Dienst der Caritas-Sozialstation im Einsatz /Große Solidarität aus der Bevölkerung

TECKLENBURGER LAND. Der Schneefall am Sonntag und am Montag hielt das Tecklenburger Land in Atem. Die allgemeine Aussage: "Wenn es irgendwie geht, dann am besten zuhause bleiben." Doch für Mitarbeitende der Ambulanten Pflegedienste war das kaum eine Option, wie die Leiterin der Caritas-Sozialstation der Caritas in Ibbenbüren, Marita Tegelmann, erklärte. Schließlich könnte nicht jeder Patient auf die pflegerische Versorgung durch den Pflegedienst verzichten.

Schneechaos am Sonntag und Montag

"Einige Patienten haben selber abgesagt oder wir konnten auch mit einigen sprechen, wo die Möglichkeit bestand, dass zum Beispiel die Angehörigen ausnahmsweise einmal die Pflege oder die Unterstützung übernehmen. Doch zu dem Großteil unserer Patienten müssen wir einfach hin", schildert Marita Tegelmann die Situation. Das Einzugsgebiet der Caritas in Ibbenbüren ist nicht klein: Von Hörstel über Ibbenbüren, Mettingen, Recke bis nach Hopsten inklusive sämtlicher Ort- und Bauernschaften. Wer nicht seinen Dienstwagen bei sich zuhause vor Ort hatte, musste zudem erstmal vor Dienstantritt zur Klosterstraße 19, wo der Caritasverband Tecklenburger Land seinen Hauptsitz hat. Bei den Schneemassen schon eine Herausforderung für sich, bevor es schließlich auf die Tour ging. Teilweise mit unliebsamen Überraschungen. "Also festgefahren habe ich mich wohl alleine am Montag drei Mal", erzählt Christa Gladziwa, Mitarbeiterin in der Caritas-Sozialstation. Sie hatte am Sonntagdienst und am Montagfrühschicht. "Sonntag war es echt noch schlimmer als am Montag", sagt sie. Überlegt, ob sie ihren Dienst antrete, habe sie nicht groß. "Natürlich habe ich Respekt vor solchen Witterungsverhältnissen. Aber überlegt, ob ich zum Patienten fahre oder nicht, habe ich nicht", sagt die Pflegefachkraft. Dennoch sei es sehr anstrengend gewesen. Nicht wegen der eigentlichen pflegerischen Arbeit, sondern weil "man sich extrem konzentriert und auch nicht ohne Anspannung fährt", sagt Gladziwa. Ihre Kollegin Gabriele Mersch, die schon seit fast 30 Jahren in der Pflege arbeitet, stimmt dem zu. "Bei solchen Witterungsverhältnissen gibt es keine Routine. Auch nicht nach 30 Jahren in der Pflege", erklärt Mersch. Die Situation hätte sie und ihre Kollegen und Kolleginnen schon an ihre Grenzen gebracht. "Das war durchgehend eine Zitterpartie", beschreibt Mersch die Situation. Schwierigkeiten hätten vor allem das Parken beziehungsweise Anhalten gemacht. "Wenn am Seitenrand so viel Schnee liegt, weißt du nicht wohin oder wie du auf den Hof oder die Einfahrt des Patienten kommen sollst", erklärt Gabriele Mersch. Eine Schneewehe habe sie schließlich auf ihrer Tour in Uffeln unterschätzt und steckte daraufhin mit ihrem kleinen Caritas-Dienstwagen fest. Vor oder zurück - nichts ging mehr. Ein Landwirt erklärte sich sofort bereit Gabriele Mersch zu helfen und so ihr Dienstfahrzeug wieder mobil zu machen.

Solidarität aus der Bevölkerung

Überhaupt sei die Solidarität aus der Bevölkerung sehr groß. "Viele verschiedene Menschen haben geholfen", sagt Mersch. Egal ob mit beim Freischaufeln der Sozialstation-Autos mit der Schüppe oder per Zugkraft durch ein stärkeres Fahrzeug. Die Städte, Anlieger, Landwirte und sogar andere Mitarbeitende von Pflegediensten packten mit an, wo Not war. Ein extrem anstrengender Dienst für die Mitarbeitenden im Ambulanten Dienst, die aber nicht nur Solidarität seitens der Bevölkerung erfahren haben, sondern auch Dank und Verständnis von Patienten und Angehörigen. "Einige Patienten haben sich um uns richtig Sorgen gemacht und waren froh, als wir heile bei ihnen waren", schildert Christa Gladziwa.

Stolz und dankbar für den Einsatz der Mitarbeitenden

Marita Tegelmann weiß, dass es für ihre Mitarbeitenden eine Mammutaufgabe ist, bei solchen Wetterverhältnissen zu ihren Patienten zu fahren. "Ich bin einfach dankbar und stolz, dass hier alle so ein Engagement haben", sagt sie. Dennoch, fügt Tegelmann hinzu, es müsse immer abgewogen werden, ob ein Einsatz machbar sei bei so einem Wetter oder eine zu große Gefahr für den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin darstellt. "Wir setzen aber alles in Bewegung, damit wir zu unseren Patienten kommen", so Marita Tegelmann. Auch Caritas-Geschäftsführer Detlev Becker zollt dem Einsatz und Engagement der Mitarbeitenden großen Respekt. "Die verdienen Respekt und Anerkennung, dass sie wirklich alles versuchen, um ihrem Job nachzugehen", betont Becker. Aber, so der Geschäftsführer, alles müsse mit Augenmaß geschehen. "Es herrscht eine Situation, die auch für unsere Mitarbeitenden gefährlich ist. Das behalten wir stets im Blick. Denn auch trotz größtem Engagement und Willen, sind wir doch auch alle nur Menschen."

 

Ein Blick in die stationäre Pflege

Auch bei die den Stationären Einrichtungen hatte das Schneechaos seine Spuren hinterlassen. "Teilweise konnten Mitarbeitende nicht zum Caritas-Altenwohnhaus kommen. Andere, die näher bei wohnen, kam kurzerhand zu Fuß", erklärt Maik Feldmann, Haus- und Einrichtungsleiter vom Caritas-Altenwohnhaus in Ibbenbüren. Doch das Team zeige sich flexibel. Spontan sprangen Mitarbeitende, die besser zur Einrichtung gelangen konnten, für ihre Kollegen und Kolleginnen ein. "Für so viel Flexibilität bin ich einfach nur dankbar. Schließlich müssen wir die pflegerische Versorgung und auch die Betreuung unserer Bewohner sicherstellen", sagt Maik Feldmann.

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