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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Idee vom Multisensory-Raum überzeugt die Jury

RECKE/TECKLENBURGER LAND. Die Schüler und Lehrer der Don-Bosco-Schule in Recke-Espel haben in diesen Tagen allen Grund zur Freude. Denn die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung hat den zweiten Preis im Wettbewerb „Digitaler Wandel“ des Diözesancaritasverbandes Münster gewonnen. Überzeugt haben die Recker mit ihrer Idee eines Multisensory-Raumes.

Schulleiterin Marianne Willen und Lehrerin Bettina Panhorst nahmen die mit 6.000 Euro dotierte Auszeichnung während einer Feierstunde des Diözesancaritasverbandes in Münster entgegen. In einem Multisensory-Raum können Sinnerfahrungen mit Hilfe von technischer Unterstützung auf ganz besondere Weise erlebbar gemacht werden. „Wenn man zum Beispiel eine Geschichte vorliest und von einer Blumenwiese die Rede ist, dann könnte man eine Blumenwiese an die Wand projizieren, leichten Wind simulieren, ein leichtes Rauschen oder Vogelzwitschern hören und vieles mehr“, beschreibt Marianne Willen das Konzept des Raumes. Die Zuhörer können aktiv in die Handlung eingreifen und zum Beispiel projizierte Blätter oder ähnliches in Bewegung setzen.

Den Multisensory-Raum möchten die Verantwortlichen der Don-Bosco-Schule mit dem vorhandenen Snoezelenraum kombinieren. So sollen parallel Möglichkeiten zur Entspannung und zur Förderung der Wahrnehmung in der Schule für Kinder mit Behinderungen verbunden werden.

Insgesamt 16 Projektvorschläge aus Caritas-Einrichtungen vom Kindergarten bis zur Altenpflege wurden im Wettbewerb „Digitaler Wandel“ eingereicht. Den ersten Preis in Höhe von 15.000 Euro überreichte Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann dem Leiter des Caritas-Bildungswerks Ahaus, Wolfgang Dargel, für die Weiterentwicklung einer E-Learning-Plattform in der Ausbildung von Altenpflegern. Weil die Preisfindung für die Jury schwierig war, wurde außerdem dem Kindergarten „Der kleine Prinz“ des Caritasverbandes Steinfurt in Ochtrup ein zweiter Platz zuerkannt. Damit sollen die Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten durch digitale Medien erweitert werden. In der Kita werden auch entwicklungsbeeinträchtige Kinder betreut.

Kessmann unterstrich, dass der digitale Wandel auch in der sozialen Arbeit der Caritas angekommen ist. Dabei geht es nicht mehr allein um Verwaltungstätigkeiten, sondern „um die digitale Aus- und Neugestaltung der sozialen Arbeit selbst oder um neue Kommunikationswege zwischen Klienten und den Einrichtungen und Diensten der Caritas“.

Für alle anderen Projekte überreichte Kessmann Gutscheine für eine Grundausstattung. Die Ideen reichen von der Digitalisierung in der Geriatrie über die individuelle Bildungsdokumentation in der Kita St. Sebastian in Beckum oder den Bau einer Kita-App zur Kommunikation mit den Eltern des Familienzentrums St. Theresia in Hamm bis zur Digitalen Möbelbörse des St. Franziskus franko e.V. in Münster.

Die Dimensionen des digitalen Wandels zeigte die Bonner Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Caja Thimm auf. Die ursprüngliche Idee aus den Anfängen des Internets, die digitale Welt selbst kontrollieren zu können, habe längst aufgegeben werden müssen: „Heute herrscht Chaos und jeder und jede ist ein Medienunternehmen.“ Daten seien die neue Währung.

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