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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Die Schwächsten der Gesellschaft nicht vergessen

IBBENBÜREN. Ingrid Placke hat vor fünf Jahren den Entschluss gefasst, eine Elfe zu werden. Bis heute hat sie keinen Tag bereut, das Ehrenamt beim Caritasverband Tecklenburger Land e.V. auszuüben. Auch jetzt, wo die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen die Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit alles andere als einfacher machen, geht sie ihrer Aufgabe als Elfe nach. Denn das größte Geschenk ihres Ehrenamts sei die Dankbarkeit der Familien, die sie unterstützt.

Elfen sind Frauen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen, die Zeit und Lust haben, als Patin Familien mit Kindern unter drei Jahren zu unterstützen. Sie bieten damit eine lebenspraktische und vor allem kostenfreie Begleitung für diese Familien im Zusammenhang mit den Frühen Hilfen im Caritasverband Tecklenburger Land e.V. an. "Insgesamt haben wir derzeit Acht von 18 Elfen im Einsatz. Ehrenamt bedeutet Freiwilliges Engagement und gerade in den Zeiten einer Pandemie, ist es uns besonders wichtig, dass die Ehrenamtlichen sich bei ihren Tätigkeiten auch geschützt genug fühlen ", erklärt Projekt-Koordinatorin Ursula Schwering. Ihr Ehrenamt üben die Elfen, wie auch viele andere ehrenamtliche aus den unterschiedlichsten Bereichen, zurzeit unter erschwerten Bedingungen aus. "Wir versuchen trotz der Pandemie, die wir sehr ernst nehmen, in dem uns gesteckten Rahmen an Möglichkeiten kindgerecht zu agieren und die Familien so gut es geht zu unterstützen", erläutert Schwering. Die Familienarbeit aufrechtzuhalten bedarf dieser Tage Fingerspitzengefühl, weil die Pandemiezeiten für viele Familien eine enorme Belastungsprobe ist. Ursula Schwering weiß, dass insbesondere die Kinder Abwechslung brauchen, vor allem weil sie noch nicht in der Schule oder der Kita sind. Die Elfen versuchen so oft es geht mit den Kindern an die frische Luft zu gehen, den Kindern dadurch Abwechslung und das sich "Austoben" zu ermöglichen und für die Familie ein Stück Freiraum zu schaffen. "Wir begleiten auch Familien, in denen ein Elternteil an Depressionen erkrankt ist, die brauchen so eine Unterstützung einfach. Unabhängig von der Pandemie", sagt Ursula Schwering.

Auch Ingrid Placke ist sich dessen sehr wohl bewusst. Deswegen übt sie ihr Ehrenamt weiter aus. "Ich habe Respekt und nehme die Pandemie sehr ernst. Deswegen steht die Einhaltung der Schutz- und Hygienevorgaben an oberster Stelle", erklärt die Elfe und fügt hinzu: "Wir dürfen aber auch nicht die Schwächsten unserer Gesellschaft in diesen Pandemiezeiten vergessen". Für viele Familien sei gerade jetzt die Unterstützung sehr wichtig.

Wie wichtig die Unterstützung durch die Elfen allgemein ist, weiß auch Gabriele Andresen vom Sozialdienst katholischer Frauen. Sie ist dort in der Allgemeinen Sozialberatung tätig und bringt im Kontakt mit Klientinnen das ehrenamtliche Angebot der Elfen ins Gespräch. "Ich frage eigentlich immer nach, ob die Familien schon das Angebot der Elfen kennen, denn es ist eine sehr positive und große Entlastung für viele Familien", sagt Gabriele Andresen. Seien die Elfen in einer Familie aktiv, gehören sie zum erweiterten Kreis der Kontakt- und Bezugspersonen.

Ebenso wie Ursula Schwering weiß auch Andresen, dass die Corona-Zeit die Bremse auch bei der Ehrenamtsarbeit hält. "Der Druck ist schon zu spüren", sagt Gabriele Andresen und bezieht sich damit auf die hohe Nachfrage nach bekannten und hilfreichen Ehrenamtsprojekten wie die Elfen oder das Projekt "Wir für Kinder". Bei diesem Kooperationsprojekt zwischen Bürgerstiftung Tecklenburger Land und SkF fördern Ehrenamtliche einzelne Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf in Grundschulen und Familienzentren.

Aber Andresen und Schwering sind sich auch im Klaren, dass "jeder Ehrenamtliche nur das tun kann, was er für sich in diesen Zeiten verantworten kann", wie Gabriele Andresen erklärt. Dem stimmt Schwering zu und sagt: "Das Ehrenamt hat seine Grenzen." Doch trotzdem engagieren sich viele Ehrenamtliche auch in der Coronazeit. Um den Schutz so gut es irgendwie möglich ist zu gewährleisten gibt es für die Elfen beispielsweise ein eigens ausgearbeitetes Schutzkonzept, was auch die Familien kennen und unterzeichnen müssen. Es sind Maßnahmen wie diese, die es möglich machen, dass die Elfen weiterhin ihrem Ehrenamt nachgehen können. Denn vom Wollen müsse man bei den Elfen nicht sprechen. "Die sehen die Not und packen an", so Ursula Schwering. Damit auch in diesen Zeiten die Schwächsten der Gesellschaft nicht aus dem Blick geraten.

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