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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Beratung von Mann zu Mann

TECKLENBURGER LAND. „Echte Männer reden“ - unter diesem Leitwort bietet der Caritasverband Tecklenburger Land seit gut einem Jahr Krisen- und Gewaltberatung für Jungen und Männer an. „Das Beratungsangebot wird nachgefragt und hat sich etabliert“, zieht Berater Markus Temmen eine erste Bilanz. Insgesamt 35 Jungen und Männer im Alter von 9 bis 63 Jahren haben die Krisen- und Gewaltberatung bisher in Anspruch genommen. Tendenz steigend. Eine halbe Stelle finanziert der Caritasverband Tecklenburger Land mit Unterstützung des Bistums Münster für dieses Angebot.

„Ich führe mit dem Hilfesuchenden Gespräche auf Augenhöhe – von Mann zu Mann“, betont Markus Temmen. Die Krisen- und Gewaltberatung richtet sich an Jungen und Männer jeden Alters, wenn sie in eine Krise geraten, wenn lebensverändernde Umstände eintreten oder wenn Gewalt und Konflikte den (Familien-)Alltag überschatten. Während einige Klienten auf eigenen Entschluss den Weg in die Beratung suchen, werden andere zum Beispiel vom Gericht, von der Polizei, dem Jugendamt oder anderen Institutionen zur Beratung aufgefordert.

„Es geht nicht darum, die Ratsuchenden zu verurteilen oder sie zu belehren“, sagt Markus Temmen. Vielmehr versucht der Sozialpädagoge und Systemische Familienberater zuzuhören und mit den Klienten gemeinsam herauszufinden, was hinter ihrem Verhalten steckt. „Es geht viel um die Frage, welche Gefühle in den Männern in bestimmten Situationen ausgelöst werden und wie sie damit umgehen. Manche Männer haben nie gelernt, ihre Gefühle wahrzunehmen und darüber zu sprechen.“ Gemeinsam mit den Ratsuchenden entwickelt Markus Temmen Lösungen, wie sie Konflikte ohne Gewalt lösen können.

„Die meisten Männer, die in die Beratung kommen, sind unzufrieden mit ihrer Situation und wollen etwas ändern. Mein Ziel ist es, dass die Männer Verantwortung übernehmen, mehr über sich erfahren und mit diesem Wissen, das sie über sich selbst gewinnen, etwas  verändern“, beschreibt der Berater seine Arbeit. Auch wenn es oftmals die Partnerinnen sind, denen die Klienten Gewalt antun, sind Frauen in der Beratung kein Thema. „Ich spreche mit den Männern nicht über die Frauen, sondern über die Männer, über ihre Person“, so Markus Temmen.

Die Beratung ist vertraulich. Bei Kindern und Jugendlichen sind zum Erstgespräch Erziehungsberechtigte oder andere Erwachsene dabei. „Da sind oft schon andere Hilfssysteme im Hintergrund aktiv“, so der Berater. Im Erstgespräch werden konkrete Absprachen getroffen, wie die Beratung aussehen kann. Auch bei Kindern geht es um Gefühle. „Da ist die Frage zum Beispiel nach Wut: Warum bin ich wütend? Wie gehe ich mit meiner Wut um?“ Es geht um die Wahrnehmung der Gefühle und wie ich diese ausdrücken kann.

Zu den Klienten gehören aktuell auch Menschen mit einer geistigen Behinderung. Markus Temmen: „Da schaue ich, wie der Hilfesuchende mit seinen vorhandenen Ressourcen arbeiten kann.“

Im zurückliegenden Jahr hat der Caritas-Mitarbeiter nicht nur Menschen beraten. Er hat auch Netzwerke zu anderen Institutionen und Einrichtungen der Region geknüpft. Die Beratungsstelle des Caritasverbandes Tecklenburger Land ist Teil des bistumsweiten Netzwerkes „Echte Männer reden“ (www.echte-männer-reden.de).

Für die Beratung leistet jeder Ratsuchende einen finanziellen Beitrag, der sich nach der jeweiligen Lebenssituation richtet. Information und Kontakt unter Telefon 0171 / 3010652 und gewaltberatung@caritas-ibbenbueren.de

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