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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Zwischen großen Träumen und lästigen Pflichten

TECKLENBURGER LAND. Für Nico (19), Pascal (20) und Patrick (21) ist mit dem Beginn dieses Jahres ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Die drei jungen Erwachsenen haben ihre erste eigene Wohnung in Ibbenbüren bezogen. Was für ihre Altersgenossen eine Selbstverständlichkeit ist, bedeutet den dreien unendlich viel. Denn aufgrund ihrer geistigen Behinderung benötigen sie Unterstützung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Diese bekommen sie nun durch den Caritasverband Tecklenburger Land. Seit Anfang des Jahres unterhält der Verband eine ambulant betreute Wohngemeinschaft in Ibbenbüren für bis zu vier junge Menschen. Als erste Mieter leben Nico, Pascal und Patrick dort zwischen großen Träumen und lästigen Pflichten.

„Am Anfang ging es darum, erst einmal anzukommen, sich einzurichten und ein Gefühl dafür zu bekommen, dass die Wohngemeinschaft jetzt das Zuhause ist“, sagt Alena Dresselhaus. Sie gehört zum Team der Sozialpädagogen, die Nico, Pascal und Patrick begleiten. Neben einem eigenen Zimmer für jeden Bewohner gibt es in dem renovierten Wohnhaus zwei Badezimmer, eine Gemeinschaftsküche sowie ein Wohn- und Esszimmer. Welche Unterstützung für wen vorgesehen ist, beschreibt die Hilfeplanung des Kostenträgers. Weil es sich um sogenannte Eingliederungshilfe handelt, ist das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Je nach Bedarf begleiten Alena Dresselhaus und ihre Kolleginnen Tina Ungar, Sarah Westermann und Frederic Frehe die jungen Männer bei Einkäufen oder Behördengängen. Sie trainieren mit ihnen, wie sie den Haushalt organisieren, putzen und Wäsche waschen. Jeden Freitag kochen sie gemeinsam.

„Die eigene Wohnung macht viel Arbeit“, räumt Pascal ein. Doch die Freude über das erste eigene Reich überwiegt für ihn. Dabei war der Auszug von zu Hause durchaus mit Ängsten verbunden. Schließlich war er dort nicht für alles allein verantwortlich. In der Wohngemeinschaft müssen die drei Jungs morgens allein aufstehen, frühstücken und pünktlich das Haus verlassen. Sie müssen ihre Zimmer aufräumen und dafür sorgen, dass die Gemeinschaftsräume in Ordnung sind. Und sie müssen lernen, wie sie mit Streitereien im Alltag zurechtkommen.

Wenn Nico, Pascal und Patrick nachmittags von der Arbeit zurück sind, geht es neben allerlei häuslichen Pflichten, auch um die Frage, wie die jungen Männer mit ihrer Freizeit umgehen. „Ein wesentliches Ziel der Hilfeplanung ist die soziale Teilhabe, hierbei werden die drei bei der Integration und Partizipation am gesellschaftlichen Leben unterstützt. Hierzu gehören auch gemeinsame Unternehmungen von behinderten und nicht behinderten Menschen“, erläutert Tino Bierbaum, zuständiger Fachbereichsleiter des Caritasverbandes. Einsamkeit ist für die jungen Leute durchaus ein Thema. Sie müssen dabei unterstützt werden, ihre Interessen umsetzen zu können, lernen, was ihnen gut tut und wie man Kontakt zu anderen Menschen unterhält.

Ob die ambulant betreute Wohngemeinschaft für Nico, Pascal und Patrick eine Durchgangsstation oder ein festes Zuhause wird, da müssen Sie sich noch nicht festlegen. „Perspektivisch geht beides: alleine wohnen oder ein längerfristiger Verbleib in der Wohngemeinschaft. Das ist auch eine Frage der individuellen Entwicklung der Bewohner“, sagt Tino Bierbaum. Nachdem sich die drei ersten Mieter gut eingelebt haben, soll die WG nun vervollständigt werden. Interessierte können sich für weitere Informationen gern melden: Caritasverband Tecklenburger Land e.V., Telefon 05451/ 5002-0, bierbaum@caritas-ibbenbueren.de

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