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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Von Neuseeland in die Altenpflege

LAGGENBECK. Gestern noch ein Job auf einer Kiwi-Farm in Neuseeland – heute Ausbildung zur Altenpflegerin im Haus Magdalena in Laggenbeck. Auf diesen Nenner lässt sich bringen, was Isabel Pott in den vergangenen Monaten erlebt hat. Seit dem 1. Oktober absolviert die 20-Jährige ihre Ausbildung in der Senioreneinrichtung unter dem Dach der Caritas-Altenhilfe Tecklenburger Land. Kurz zuvor hatte sie neun Monate in Neuseeland verbracht. Unter dem Motto „Work and Travel“ (Arbeiten und Reisen) pflückte sie Äpfel auf einer Obstplantage, sortierte Kiwis in einer Fabrik – oder erkundete die einzigartige Natur des Landes auf der anderen Seite der Welt.

 

„Für mich stand nach der Schule fest, dass ich eine Zeit lang einmal so richtig weit weg von zu Hause sein möchte“, erzählt die Altenpflegeschülerin. Sie wollte lernen, was es bedeutet, wirklich selbstständig sein zu müssen. „Von Neuseeland aus kann man ja wirklich nicht einfach nach Hause“, sagt sie und lacht. Im Nachhinein ist sie auch ein bisschen stolz auf das Geleistete. „Es ist ein tolles Gefühl, das als 19-Jährige allein bewältigt zu haben.“

 

Rückschau: Schon während ihrer Realschulzeit absolviert Isabel Pott ein Praktikum im Haus Magdalena. Noch ohne konkreten Berufswunsch, entscheidet sie sich nach dem Realschulabschluss für das Fachabitur. „Mein Jahrespraktikum habe ich während der Zeit ebenfalls im Haus Magdalena absolviert und anschließend hier auch auf 450-Euro-Basis gearbeitet“, erzählt sie. Als sie nach Neuseeland aufbricht, steht ihr Berufswunsch fest: Staatlich examinierte Altenpflegerin möchte sie werden. Bis zum Ausbildungsbeginn aber lockt erst die weite Welt.

 

Begeistert haben sie vor allem die Menschen, die sie während ihrer Zeit auf der Südhalbkugel kennengelernt hat. „Die Menschen waren total offen und freundlich. Ich habe sehr viele Einladungen bekommen“, schaut Isabel Pott zurück. So ganz nebenbei verbesserte sie ihr Schulenglisch auf das Niveau „Fließend“ – und tat einen Riesenschritt in der Persönlichkeitsentwicklung. „Ich bin heute viel offener und sehe die Menschen auch in einem anderen Licht“, erzählt die junge Frau. „Außerdem weiß ich, dass ich nicht alles immer von vornherein planen muss, sondern die Dinge auch auf mich zukommen lassen kann.“

 

Es ist auch der enge Kontakt zu den ihr anvertrauten Menschen, die sie an ihrer Arbeit im Haus Magdalena schätzt. „Ich lerne hier die Geschichte jedes einzelnen kennen. Die alten Menschen haben so viel erlebt in ihrem Leben“, sagt Isabel Pott. „Und man bekommt so viel von ihnen zurück. Es freut mich, wenn ich merke, wie sehr sich die alten Menschen freuen, dass ich da bin.“ Berührungsängste in der Pflege hat sie keine mehr. „Anfangs habe ich natürlich schon gedacht: Kann ich das überhaupt? Aber heute ist es kein Problem.“ Dabei sei der pflegerische Aspekt nur ein kleiner Ausschnitt der Arbeit mit alten Menschen. „Wenn man ihnen mit Respekt begegnet und immer daran denkt, dass es eine erwachsene Person ist, ist die man vor sich hat, ist das ganz normal“, so die 20-Jährige.

 

Weil sie schon vor ihrer Berufsausbildung reichlich Erfahrung gesammelt hat, übernimmt Isabel Pott schon vielfältige Aufgaben im Haus Magdalena. „Inzwischen habe ich eine eigene Pflegegruppe, um die ich mich unter Anleitung einer Pflegefachkraft morgens kümmere“, sagt sie. Die junge Frau schätzt die Vielseitigkeit ihres Berufs. „Auch der medizinische Hintergrund interessiert mich.“ Sie weiß, dass die Altenpflege für ausgebildete Fachkräfte gute Perspektiven bietet. Seien es fachspezifische Weiterbildungen, zum Beispiel in der Wund- oder Palliativpflege, seien es Aufstiegsweiterbildungen zu Haus- und Teamleitungen. Eine Option kann auch ein Studium im Gesundheitswesen sein. „Ich könnte mir schon vorstellen, dass ich perspektivisch irgendwann einmal noch etwas anderes machen möchte“, sagt Isabel Pott. Sie weiß: „Ich bin jung. Mir stehen noch so viele Türen offen.“

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