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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Schrank voller Erinnerungen und Marktzauber wecken ganz große Gefühle

IBBENBÜREN. Wenn Worte und Erinnerungen weichen, bleiben die Gefühle. Nach dieser Devise arbeitet das Haus Waldfrieden in Ibbenbüren. Dort leben Menschen, die schwer an Demenz erkrankt sind. Für sie gestalten die Mitarbeiter der Einrichtung unter dem Dach der Caritas-Altenhilfe Tecklenburger Land die Weihnachtszeit auf eine ganz besondere Art. Dazu gehört ein Weihnachtszauber im Garten von Haus Waldfrieden.

„Weil unsere Bewohner in der Regel keinen Weihnachtsmarkt besuchen können, muss der Weihnachtsmarkt zu ihnen kommen“, beschreibt Jörg Lammerskitten, Leiter des Sozialen Dienstes, das Konzept. An zwei Nachmittagen sind die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses, deren Angehörige, Ehrenamtliche und Mitarbeiter eingeladen, mit Glühweinbude, Feuerkorb und einem Weihnachtszimmer den großen Gefühlen der Weihnacht nachzuspüren.

Beliebter Anlaufpunkt des Weihnachtszaubers ist der Weihnachtsschrank in der Remise – ein Schrank, vollgestopft mit allem, was zur Weihnacht gehört. Zu entdecken gibt es darin vieles: Geschichtenbücher und beleuchtete Bilder, Figuren und alte Fotos vom Tannenbaum-Schmücken. „Beliebt sind die Fühlschubladen“, sagt Betreuungsassistentin Christina Klostermann, die mit ihren Kollegen und Kolleginnen das Programm zur Weihnachtszeit vorbereitet. Wer die Schubladen aufzieht, kann darin zum Beispiel alte Weihnachtskugeln und die beliebten gläsernen Vögel für den Tannenbaum entdecken. „Die nehmen die Bewohnerinnen und Bewohner unheimlich gerne in die Hand“, hat Betreuungsassistentin Marion Böhmann beobachtet.

In der Ecke des Weihnachtszimmers in der Remise steht ein geschmückter Weihnachtsbaum. „Mit Lametta, weil man das von früher kennt“, sagt Christina Klostermann. Mit Blick auf die Umwelt kommt gebrauchtes goldenes Lametta zum Einsatz. Daneben steht ein Adventskranz. „Mit echten Kerzen. In unserem Haus können wir natürlich keine Kerzen anzünden. Zum Weihnachtszauber draußen geht das. Das ist für die Bewohner etwas Besonderes“, sagt Marion Böhmann.

Den Gesichtern der Besucher ist anzumerken, wie sehr sie die Atmosphäre des Weihnachtszaubers genießen. Eine Bewohnerin nutzt die Fadenbude und erspielt sich ein Päckchen Süßigkeiten. Andere drehen am Glücksrad. Wieder andere schauen und fühlen, was der Tisch unter dem Motto „Weihnachten fühlen“ zu bieten hat. Dort gibt es hölzerne Krippenfiguren zum Anfassen, außerdem können Gegenstände, die zur Weihnacht gehören, in einem Jutesack ertastet werden.

Warum der Weihnachtszauber für die Menschen im Haus Waldfrieden etwas ganz Besonderes ist? „Es ist einfach diese Freude: die anbrechende Dunkelheit, die Kälte zu erleben“, sagt Marion Böhmann. Die Arbeit, die in der Vorbereitung des Winterzaubers steckt, lohnt sich auf jeden Fall. „Es ist so schön, die leuchtenden Augen unserer Bewohner zu sehen.“

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