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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Problemlagen von Familien ändern sich

TECKLENBURGER LAND. Wenn Kinder und Jugendliche aus der Spur geraten und in ihrem Alltag auffällig werden, betrifft das in der Regel die ganze Familie. „Kinder leben auch das aus, was Erwachsene zu verantworten haben“, bringt es Tino Bierbaum auf den Punkt. Der Sozialpädagoge leitet den Fachdienst „Flexible erzieherische Hilfen“ des Caritasverbandes Tecklenburger Land. Seit vielen Jahren ist der Caritasverband in diesem Bereich als Partner der Jugendämter in der Region aktiv. „Die Problemlagen von Familien ändern sich“, sagt Tino Bierbaum.

So hat sein Team in der täglichen Arbeit vermehrt mit Familien zu tun, die von Armut bedroht sind oder in denen die Trennung der Eltern zur Belastung wird. Auch psychische Problemlagen der Eltern oder psychische Erkrankungen spielen zunehmend eine Rolle. Das Team der Flex, wie der Fachdienst kurz genannt wird, besteht aus insgesamt 14  Kolleginnen und Kollegen. Die Sozialpädagogen und Sozialarbeiter unterstützen Eltern, Jugendliche und Kinder auf verschiedenste Art und Weise. Ob in Gruppenarbeit oder mit individueller Einzelfallhilfe, als Erziehungsbeistand oder im Rahmen der sogenannten Sozialpädagogischen Familienhilfe – eines ist immer gleich. „Wir arbeiten immer im Auftrag des Jugendamtes“, sagt Tino Bierbaum. 

Um zu klären, welche Art von Unterstützung ein Kind oder die Familie benötigt, führt das Jugendamt Gespräche mit der betroffenen Familie und den Vertretern der Flex. „Dabei werden Themen und Aufträge definiert und ein sogenannter Hilfeplan mit festgelegtem Betreuungsumfang und Zielen erstellt“, erklärt Tino Bierbaum. Ein Beispiel: Sieht der Hilfeplan die Unterstützungsform Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) vor, besucht eine pädagogische Fachkraft regelmäßig die Familie in ihrem häuslichen Umfeld. Gemeinsam mit Eltern und Kindern schaut die Kollegin oder der Kollege, welche Lösungsmöglichkeiten es für die Problemlagen gibt. „Wir schauen, welche Ressourcen die Familie selbst hat und wie sie genutzt oder reaktiviert werden können, um die Situation zu verbessern. Unser Anspruch ist es, die Familien zu befähigen, sich wieder angemessen selbst zu helfen.“

Daneben bietet die Flex strukturierte Gruppenangebote, Beratung und soziale Gruppenarbeit in Grundschulen sowie Beratung und Begleitung bei Umgangskontakten nach Trennungen.
Zwar arbeiten die Kollegen im Caritasverband als Team. „Man muss aber ein hohes Maß an Selbstorganisation besitzen“, beschreibt der Fachdienstleiter. Denn ihren Arbeitsalltag gestalten die Flex-Mitarbeiter eigenständig. Je nach Möglichkeiten sucht ein Kollege zuweilen drei, vier Familien an einem Tag auf. Ein Großteil der geleisteten Arbeit fällt in die Nachmittags- und Abendstunden. „Wir gehen dann in die Familien, wenn diese auch zu Hause sind.“ In Zeiten von Ganztagsangeboten in Schulen und Kindertagesstätten kann das spät werden. „Etwas mehr Flexibilität besonders im Bereich des offenen Ganztages wäre sehr wünschenswert, so dass wir einfach früher am Nachmittag mit den Kindern arbeiten könnten“, sagt Tino Bierbaum.

Insgesamt ist die Arbeit im Bereich der Flexiblen erzieherischen Hilfen oftmals sehr kleinschrittig und erfordert viel Geduld von allen Beteiligten. „Die Arbeit ist aber auch sehr wertvoll und bereichernd“, weiß Tino Bierbaum zu schätzen. „Es ist ganz viel Beziehungsarbeit und wir haben Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen.“

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