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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Neue Kriterien für Qualitätsbeurteilung in Pflegeheimen

Am 1. November 2019 tritt eine neue Richtlinie zur Qualitätsbeurteilung in Pflegeheimen in Kraft. „Die vier Einrichtungen der Caritas-Altenhilfe Tecklenburger Land GmbH sind darauf gut vorbereitet“, betont Marcus Polensky vom Zentralen Qualitätsmanagement. Bereits seit 2011/2012 wird intensiv an dem Projekt „Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe“ gearbeitet. Begleitet wird es durch das Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld und den Diözesan-Caritasverband des Bistums Münster (DiCV). Die Wissenschaftler haben Erfassungsmaterial oder Berichte mit Referenzwerten erarbeitet, die den Hausleitungen von Alteneinrichtungen zur Verfügung stehen. Unterstützung bei Schulungen, Beratungen und Organisation leistet der DiCV.

Mit dem neuen Verfahren soll es erstmals möglich sein, Ergebnisqualität wissenschaftlich fundiert und transparent darzustellen, stellt der DiCV fest. Bei dem neuen Verfahren werden die Bewohner stärker in die Beurteilung einbezogen, statt nur Dokumentationen auszuwerten. Das Notenmodell der bisherigen Pflege-Transparenzvereinbarungen wird durch ein Punktesystem ersetzt, in das neun Qualitätsindikatoren einfließen. Für das Pflegepersonal bedeute das „Ergebnisorientierte Qualitätsmodell Münster“ einen erhöhten Arbeitsaufwand, da zwei Eigenerhebungen und die Übermittlung der Ergebnisse an die Datenauswertungsstelle (DAS) erforderlich werden, unterstreicht Marcus Polensky.

 

Das Caritas-Altenwohnhaus und das Haus Waldfrieden in Ibbenbüren haben im März an zwei Testerhebungen teilgenommen. Dafür wurden die Mitarbeiter zunächst geschult, auch die EDV-gestützte Pflegedokumentation war an die neuen Anforderungen anzupassen. Das Beantworten des umfangreichen Fragenkataloges mit den Qualitätskriterien dauert pro Bewohner etwa 20 bis 30 Minuten, hat sich bei dem Test herausgestellt. Ein Vorteil sei es, dass Schwachstellen vor Ort erkannt und abgestellt werden können, unterstreicht Polensky. Aber es binde auch Zeitressourcen, die für die Pflege/- Betreuung nicht zur Verfügung stehen. Ziel der Neuregelung sei eine bessere Vergleichbarkeit von Pflegeeinrichtungen. „Ob das System besser ist als das bisherige, werden die Erfahrungen zeigen“, so der Caritas-Mitarbeiter.

Die Datenauswertungsstelle anonymisiert die Angaben und verschickt Feedbackberichte mit der kommentierten Punkteskala. Sie reicht von „weit über dem Durchschnitt“ bis „weit unter dem Durchschnitt“. Einmal jährlich erfolgen externe Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Dabei stehen stärker als bisher Gespräche mit Bewohnern und Fachkräften im Mittelpunkt. Erfasst werden unter anderem Indikatoren wie Unterstützung bei Mobilität oder bei Selbstständigkeit in Alltagsvorrichtungen. Sie sollen die Pflege mit Fokus auf eine bedürfnisgerechte Versorgung der Bewohner auf dem aktuellen Stand des geriatrischen Wissens darstellen. In einem Schreiben hat der Caritasverband Bewohner und Angehörige über die Neuregelung informiert.

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