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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Familienpflege ist Betreuung in Notsituationen

Kristin und Sebastian Riethues aus Hörstel-Riesenbeck sind sehr froh, dass sie mit Hilfe des Caritasverbandes Tecklenburger Land eine gute Lösung für ihre schwierige familiäre Situation gefunden haben. Im Dezember vorigen Jahres hatte ihr Arzt der jungen Mutter zu einer Fußoperation geraten. Eine Freundin machte sie auf die Möglichkeit der Familienpflege aufmerksam. So konnte sie schon frühzeitig mit Brigitte Rahe vom Fachdienst Familienpflege des Caritasverbandes Tecklenburger Land Kontakt aufnehmen. Nach dem chirurgischen Eingriff würde sie für einige Wochen nur mit Krücken laufen können. Da ihr Ehemann voll berufstätig ist, hätte sie ohne Hilfe weder die Hausarbeit noch die Versorgung der beiden Kinder Ole (2 1/2 Jahre) und Leonie (neun Monate) schaffen können.

Nach der Operation stellte Kristin Riethues mit der ärztlichen Bescheinigung den Antrag auf Familienpflege an die Krankenkasse, eine Woche später erhielt sie die Bestätigung der Kostenübernahme für den achtstündigen Einsatz einer Familienpflegerin. Esther Künzel hat den schulischen Teil ihrer Berufsausbildung an der Familienpflegeschule in Freiburg fast abgeschlossen und absolviert derzeit ihr Anerkennungsjahr beim Caritasverband Tecklenburger Land. In dem Beruf könne sie ihre Vorlieben für den Umgang mit Kindern, Hauswirtschaft und Kochen gut in Einklang bringen, sagt die junge Frau aus Hüllhorst in Ostwestfalen. Zudem sei ihr die Umstellung auf wechselnde Arbeitsgebiete und -orte wichtig. Wenn die Motivation stimmt, ist es eine sehr interessante Aufgabe, so Künzel.

Während des Freiwilligen Sozialen Jahres auf Borkum reifte in ihr der Entschluss, sich in Freiburg an der Katholischen Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege zu bewerben. Neben dem Schulbesuch lernte sie in mehreren Praktika künftige Arbeitsfelder kennen. Im Juni 2019 wird Esther Künzel die Abschlussprüfung absolvieren. Der Caritasverband ist erfreut darüber, ihr das Anerkennungsjahr ermöglicht zu haben und sie danach als examinierte Familienpflegerin weiter zu beschäftigen.

Ihre Hauptaufgabe in der jungen Familie ist es, die Kinder zu betreuen, mit ihnen zu spielen oder sie bei Bedarf zu füttern und zu baden. „Für mich ist es beruhigend, wenn die Kinder Zutrauen zu unserer Familienpflegerin haben“, sagt Kristin Riethues. So konnte Esther Künzel mit Leonie spazieren gehen, damit sie im Kinderwagen einschlief. Ole war begeistert, dass er mit ihr große Häuser aus Bausteinen errichten konnte, die sogar von den Großeltern bewundert wurden. Auch die Arbeiten im Haushalt erledigt sie gern. Nach Absprache kümmert sie sich um die Wäsche, reinigt die Wohnräume, putzt das Bad oder kocht das Essen. Die Einkäufe übernimmt der Familienvater. Was auf den Tisch kommt, entscheiden die Eltern, Ole und ihre Helferin gemeinsam. „Da kommen wir gut miteinander zurecht“, freut sich Kristin Riethues.

Bei der Familienpflege ist das Vertrauensverhältnis wichtig, betonen die beiden Frauen. „Anfangs war es etwas komisch, dass eine fremde Person im Haushalt tätig ist und meine Kinder versorgt", sagte Kristin Riethues. Die Familienpflegerin ist in den normalen Alltag eingebunden. Einfühlungsvermögen und Verständnis dafür, dass jede Familie anders ist, erleichtern das Zusammenleben während des Einsatzes. Es kommt darauf an, sich in die jeweilige Familiensituation hineinzufinden, aber auch die notwendige Distanz zu wahren. Schweigepflicht ist selbstverständlich.

Vielfach wissen Betroffene nicht, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen Hilfe durch eine Familienpflegerin bekommen können, weiß Brigitte Rahe. Für mehr Informationen und Beratung ist sie beim Caritasverband in Ibbenbüren unter Telefon 05451 5002-35 oder unter rahe@caritas-ibbenbueren.de zu erreichen.

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