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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Erster Blick richtet sich auf Familien und Suchterkrankte

Tecklenburger Land. Es ist das Jahr, in dem der erste Mensch den Mond betritt. Im Frühjahr 1969 entscheiden sich die Verantwortlichen aus den katholischen Kirchengemeinden im damaligen Kreis Tecklenburg und Vertreter des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), die kirchliche Sozialarbeit auf neue Füße zu stellen. In einer Sitzung am 30. Mai 1969 im Kolpinghaus in Ibbenbüren beschließen 40 Frauen und Männer ganz offiziell die Gründung des Caritasverbandes Tecklenburger Land. Heute widmen sich mehr als 600 Caritas-Beschäftigte in der Region vielfältigen Aufgaben von den Frühen Hilfen bis zur Altenarbeit.

Der erste Blick des neuen Wohlfahrtsverbandes richtet sich auf die Familienpflege. Im Protokoll zur Gründungsversammlung heißt es dazu, dass sich bei der so wichtigen Müttererholung Schwierigkeiten ergeben hätten. Und: „Dass es an geeigneten und bereiten Frauen mangele, die bei Abwesenheit der Mutter die Führung des Haushalts übernehmen könnten.“ Deshalb möchte der Verband den Einsatz von hauptamtlichen Familienpflegerinnen vorantreiben. Auch der Einsatz für Menschen mit Suchtproblemen und das Engagement für Kinder mit geistiger Behinderung stehen von Anfang an im Fokus des Verbandes.

Schnell ist klar: Auf die sechs Mitglieder des ersten Vorstands mit Pfarrer Bernhard Honsel, Hans Jacobi, Ludger Jaspers, Werner Güldenhoven, Christa Deppe und Brigitte Keutner kommt eine Menge Arbeit zu. Am 1. Juli 1969 nimmt mit Erika Kruse (geborene Brüggemann) als erste hauptamtliche Mitarbeiterin ihre Arbeit in der kleinen Geschäftsstelle an der Breiten Straße in Ibbenbüren auf. Sie bleibt dem Verband bis zu ihrem Tod im Jahr 2015 treu.

Heinz Sanders wird im Sommer 1969 der erste Sozialarbeiter in der Suchtberatung. Ein Jahr darauf folgen die ersten festangestellten Familienpflegerinnen Anita Beiermann und Maria Lietmeyer. Mit Alfred Schepers bekommt der Verband zum 1. Juni 1970 einen Geschäftsführer, der 25 Jahre lang die Caritas-Arbeit in der Region prägt.

Schon früh widmet sich die Caritas der Bildung von Kindern mit geistiger Behinderung. So übernimmt der Verband kurz nach seiner Gründung die Trägerschaft für die damalige „Tagesbildungsstätte für das behinderte Kind“ in Ibbenbüren-Bockraden. 1974 erfolgt der Umzug nach Recke-Espel, wo neben der heutigen Don-Bosco-Schule auch der sonderpädagogische Sonnenschein-Kindergarten eingerichtet wird.

Die Aufgaben und Angebote des Verbands wachsen von Beginn an rasant. Erziehungsberatung, Suchtberatung, ambulante Alten- und Krankenhilfe, Unterstützung für Familien, Kur- und Erholungsmaßnahmen für Eltern, psychiatrischer Dienst, stationäre Einrichtungen der Altenhilfe – das Portfolio des Caritasverbandes Tecklenburger Land entwickelt sich vielschichtig. Im Bereich der Sozialpädagogischen Familienhilfe setzt der Verband ab 1977 Standards. Denn das im Tecklenburger Land erprobte Modellprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen zur Sozialpädagogischen Familienhilfe hält später als gesetzlich verankerte Leistung Einzug in das bundesweit geltende Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG / SGB).

Mit den zunehmenden Aufgaben steigt früh der Raumbedarf des Wohlfahrtsverbands. Fünf Jahre nach der Gründung siedeln die Mitarbeiter in das damalige ehemalige Finanzamtsgebäude an den heutigen Standort an der Klosterstraße in Ibbenbüren um. Zwei Jahre später erfolgt nach umfangreicher Renovierung die offizielle Einweihung des Caritas-Sozialzentrums.

Mit dem Bau des Caritas-Altenwohnhauses an der Synagogenstraße geht der Verband 1993 einen weiteren großen Schritt und steigt in die stationäre Altenpflege ein. Zwei Jahre später wird der heutige Geschäftsführer des Gesamtverbandes Detlev Becker zum zweiten Geschäftsführer neben Alfred Schepers bestellt. Er kümmert sich zunächst um die neu gegründete Caritas-Altenhilfe Tecklenburger Land (CAT). Als Alfred Schepers wenig später in den Ruhestand geht, tritt Detlev Becker in dessen Fußstapfen.

Die stationäre Altenhilfe hat der Verband konsequent weiterentwickelt. Heute betreibt die CAT vier Seniorenheime sowie verschiedene Angebote des Betreuten Wohnens.

Am Freitag, 14. Juni, feiert der Caritasverband seinen 50. Geburtstag mit einem offiziellen Festakt mit geladenen Gästen im Bürgerhaus in Ibbenbüren.

Auszüge aus der Caritas-Chronik:

  • 30. Mai 1969: Gründungsversammlung im Kolpinghaus in Ibbenbüren
  • 1969: Gründung der Familienpflegestation
  • 1969: Beratung für Suchtgefährdete und -kranke
  • 1970: Anerkennung der Tagesbildungsstätte für das geistigbehinderte Kind durch das Kultusministerium
  • 1971: Eröffnung der Erziehungsberatungsstelle
  • 1974: Umzug der Tagesbildungsstätte für das geistigbehinderte Kind nach Recke-Espel
  • 1974: Umzug der Caritas-Geschäftsstelle in das ehemalige Finanzamtsgebäude an der Klosterstraße in Ibbenbüren
  • 1976: Einweihung des Sozialzentrums an der Klosterstraße
  • 1977: Sozialpädagogische Familienhilfe
  • 1977: Gründung des Sonnenschein-Kindergartens in Recke-Espel
  • 1978: Gründung von drei Caritas-Sozialstationen in Ibbenbüren, Recke und Hörstel mit Angebot von  ambulanter Kranken- und Altenhilfe
  • 1985: Start Neubau der Don-Bosco-Schule in Recke-Espel
  • 1987: Start der gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung im Sonnenschein-Kindergarten
  • 1991: Betreuung von sieben Flüchtlingsfamilien in der alten Honigfabrik
  • 1995: Eröffnung des Caritas-Altenwohnhauses in Ibbenbüren
  • 1995: Übernahme der Trägerschaft St. Elisabeth Haus Hörstel-Riesenbeck
  • 2003: Eröffnung Haus Waldfrieden in Ibbenbüren
  • 2008: Eröffnung Haus Magdalena in Ibbenbüren-Laggenbeck

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