URL: www.caritas-ibbenbueren.de/aktuelles/presse/ein-ort-fuer-wut-und-wuensche-50e047ab-7754-4a26-9a01-33ee1b625bf5
Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Ein Ort für Wut und Wünsche

Manchmal hilft alles nichts im Leben: Da heißt es Loslassen und Abschiednehmen von den eigenen Wünschen. Kinder und Jugendliche aus von Trennung und Scheidung betroffenen Familien wissen das nur zu genau. An sie richtet sich ein spezielles Angebot der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder unter dem Dach des Caritasverbandes Tecklenburger Land. In einer zeitlich befristeten Gruppe lernen Mädchen und Jungen aus den Jahrgängen 2009 und 2010 mit ihrer Wut und ihren Wünschen umzugehen – und manchmal eben auch das Loslassen. Zudem sollten auch die Eltern bereit sein, das Angebot zu unterstützen. Während der Gruppe finden zwei Elternabende statt, bei denen es um die fachliche Begleitung der Eltern und um Austausch untereinander gehen soll.

„Die Gruppe bietet über einen begrenzten Zeitraum eine ganz feste Struktur, in der die Kinder die Erfahrung machen können, dass die ihnen bekannte Trennungssituation bei anderen Familien ganz ähnlich ist“, sagt Sozialpädagoge Guido Holtkamp, der mit seiner Kollegin, der Psychologin Melanie Westphal, das Angebot leitet. Allein diese Erfahrung könne helfen, mit dem Zerbrechen der Familie und den damit verbundenen Erlebnissen besser umzugehen. Dabei bieten die zwölf Gruppentreffen einen Mix aus Spiel und thematischer Arbeit.

In den Gruppenstunden gibt es zum Beispiel Erzählphasen, Spielphasen oder kreative Angebote. Das Thema Gefühle spiele dabei eine wichtige Rolle. Viele Kinder erlebten in der Zeit nach der Trennung der Eltern zum Beispiel ein starkes Gefühl von Wut oder sie ziehen sich zurück. Solche Gefühle sollen in der Gruppe Platz haben.

Um erfolgreich mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten zu können, dürfe die Trennung der Eltern allerdings nicht ganz frisch sein. Sie sollte mindestens sechs Monate zurückliegen. Auch Jahre nach der Trennung könne die Teilnahme an einer Gruppe sinnvoll sein. „Das wichtigste Kriterium ist, dass die Trennung für das betroffene Kind tatsächlich auch ein Thema ist“. Bei den Kindern stellen sich im Verlauf der Gruppe viele Fragen, mit denen die Eltern offen umgehen sollten und bei denen es in Ordnung sein sollte, sie zu stellen. Deshalb ist auch die Mitwirkung der Eltern von großer Bedeutung. Bei Kindern, deren Eltern schon lange getrennt sind, ist die Biographiearbeit ein wichtiger Baustein. Fotos, Videos und Erzählungen aus der Zeit, als die Eltern noch nicht getrennt waren, können hier wichtige Hilfen sein.
„Doch auch die Eltern geben oftmals positive Rückmeldungen“ so Westphal. „Eltern beobachten, dass ihr Kind lockerer wird, sie stellen dank der Gruppenarbeit zu Hause mehr Fragen und verlangen Antworten von ihren Eltern“. Genau das sei gewollt, erklären die Gruppenleiter. Die Kinder sollen erfahren, dass sie nicht schuld an der Trennung ihrer Eltern sind und sie werden ermutigt, ihre Gefühle gegenüber den Eltern anzusprechen.

Trennungs- und Scheidungsgruppen sind seit Jahren in der Beratungsstelle etabliert. Der Bedarf sei angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung ungebremst. „Kinder reagieren zuweilen verrückt auf verrückte Lebenssituationen“, so Westphal. Oftmals seien die Kinder in Trennungsfamilien allein mit ihren Themen. Ihnen biete die Gruppe mit Begleitung von pädagogischem Fachpersonal die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen und ihre Themen zu benennen.

Interessierte Eltern und Kinder können sich an die Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder bei der Caritas, Tel.: 05451 5002-23 oder per Mail an erziehungsberatung@caritas-ibbenbueren.de wenden.

Galerie

Copyright: © caritas  2019