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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Ein Ehrenamt mit ganz jungen Gesichtern

RIESENBECK. Wenn diese vier jungen Menschen ihre Füße über die Schwelle setzen, verbreitet sich augenblicklich eine gewisse Fröhlichkeit im St. Elisabeth Haus in Riesenbeck. Die Rede ist von Marvin Zimmermann und den Drillingen Katharina, Franziska und Tobias Lünnemann aus Riesenbeck. Seit drei Jahren kommen die 17-jährigen Gymnasiasten regelmäßig in die Senioreneinrichtung der Caritas-Altenhilfe Tecklenburger Land, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Zeit zu verbringen. „Dann lebt man doch auf - dann ist Leben im Haus“, freut sich nicht nur Bewohner Horst Rosengarth über den ehrenamtlichen Einsatz der jungen Leute.

Angefangen hat alles mit einer Aktion des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Ibbenbüren. Zum 50-jährigen Bestehen rief die Schule zu 50 guten Taten auf. Marvin, Franziska, Katharina und Tobias entschieden sich für ein Projekt im St. Elisabeth Haus – und sind geblieben. „Wir spielen Spiele mit den Bewohnern, basteln für Veranstaltungen, zum Beispiel die Karnevalsdeko oder sind beim Abendstammtisch dabei“, sagt Marvin Zimmermann. Warum er gerne ins Haus kommt? „Es ist ein ganz herzliches Gefühl, wenn wir kommen. Die Bewohner freuen sich, sind dankbar und geben ganz viel.“ Und er weiß: „Man lernt von älteren Menschen ganz viel über Werte und Normen.“

Ergotherapeutin Silvia Weilke ist froh über die Unterstützung durch die jungen Ehrenamtlichen. „Man muss sie natürlich begleiten. Am Anfang war vieles neu, sie mussten erst einmal kennenlernen, wie man mit älteren Menschen umgeht.“ Doch die Aufmerksamkeit, die die hauptamtlichen Mitarbeiter auf das Ehrenamt verwenden, lohnt sich. „Unsere jungen Leute helfen beim Basteln. Sie reichen Dinge an, unterstützen und geben den älteren Menschen das Gefühl, dass sie etwas selbst tun können.“ Neben den vier Jugendlichen gibt es natürlich noch viele weitere ehrenamtliche Mitarbeiter im Haus, die ebenfalls von den Hauptamtlichen unterstützt werden.

Wer die jungen ehrenamtlichen Mitarbeiter im Gespräch mit den Bewohnern erlebt, spürt, wie viel Vertrauen über drei Jahre gewachsen ist. „Wir machen Scherze, auch, wenn wir uns mal beim Spazierengehen im Dorf begegnen“, verrät Horst Rosengarth. Das sei ein großer Unterschied zu anderen jungen Menschen, die er erlebt. „Die hier sind echte Ringeltauben“, lobt er.

Tobias Lünnemann interessiert sich sehr für Geschichte. „Für mich ist es spannend, wenn die Bewohner von Ereignissen erzählen, die ich nur aus Büchern kenne, die sie aber selbst erlebt haben.“ Auch Katharina Lünnemann lauscht gerne, was die Frauen und Männer im St. Elisabeth Haus zu erzählen haben. „Das ist eine tolle Abwechslung zu dem, was man im Freundeskreis hört. Die älteren Menschen sehen viele Dinge anders und es ist gut, sich mit ihnen auszutauschen.“

Franziska Lünnemann bedauert es sehr, dass sie viele junge Menschen erlebt, die kein Interesse am Umgang mit Senioren haben. „Viele Menschen in unserem Alter glauben, dass Alter etwas Schlimmes ist. Hier erlebt man, dass alte Menschen auch lustig sein können und Spaß haben.“ Was sie für sich persönlich aus dem Ehrenamt schöpft? „Ich lerne viel über das Miteinander, Respekt und Höflichkeit. Und ich kann mich besser in andere Menschen hineinversetzen.“

 

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