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Stand: 28.06.2017

Pressemitteilung

Aus Linsen, Holz und Farben erwächst ein bunter Lebensbaum

IBBENBÜREN. Annemarie Athmer räumt ein: Dieses Kunstwerk brauchte ein wenig Zeit, um zu wachsen. „Am Anfang war es schwierig, die Leute davon zu überzeugen mitzumachen“, sagt die 25-Jährige. Die Rede ist von einem ungewöhnlichen Kunstprojekt, das die Studentin der Fachhochschule Münster im Caritas-Altenwohnhaus (AWH) in Ibbenbüren umgesetzt hat. Im Rahmen ihres Studiums der Sozialen Arbeit gestaltete sie mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitern des AWH einen farbenfrohen Lebensbaum. Von Donnerstag bis Sonntag ist er in einer Ausstellung des Bischöflichen Generalvikariates in Münster zu sehen.

Annemarie Athmer hat einfach losgelegt. „Erst habe ich den Baum von den Wurzeln bis zur Krone verteilt auf 24 Tafeln vorgezeichnet und ins Foyer gestellt. Dann haben wir mit den ersten Bewohnern einfach angefangen, daran zu arbeiten.“ Je mehr die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses von dem Baum sahen, umso mehr bekamen sie Lust, selbst bei dem Gemeinschaftsprojekt mitzumachen.

Was Kunst und Soziale Arbeit miteinander zu tun haben? Beim Malen und Gestalten mit den unterschiedlichsten Materialien geht es um mehr als um ein schönes Bild. „Es geht um Fingerfertigkeit, wenn man zum Beispiel Holzstückchen aufklebt oder mit Farben malt“, nennt die Studentin ein Beispiel. Und es geht um das gemeinsame Tun. „Wir haben bei der Arbeit viel erzählt – und ganz viel gelacht.“ Natürlich ging es bei den Gesprächen unter anderem um Bäume. Auch Bewohner, deren Hände nicht mehr so filigran arbeiten können, hatten teil an dem Projekt. „Einige haben sich mit einer Begleitung dazugesetzt und einfach gesagt, was der Partner tun soll, welche Farben er verwenden soll und welches Material.“

Das Ergebnis der Gemeinschaftsaktion kann sich sehen lassen. Auf einer Staffelei sind die 24 einzelnen Tafeln zu einem großen Ganzen zusammengestellt: ein farbenfroher Lebensbaum von den Wurzeln bis zur Krone. Wer genau hinschaut, kann originelle Details erkennen. Zum Beispiel die Tafel, die das Küchenteam des AWH mit Reis, Nudeln und Erbsen gestaltet hat. Wer sich ein Bild von dem Baum machen möchte, hat von Donnerstag bis Sonntag Gelegenheit, die Ausstellung in Münster zu besuchen. Oder er schaut einfach später im Caritas-Altenwohnhaus vorbei, wo der Lebensbaum einen Ehrenplatz erhält.

Auch nach dem Ende des Kunstprojektes bleibt Annemarie Athmer mit alten Menschen in Verbindung. Sie weiß schon jetzt, wo sie nach Ende ihres Studiums tätig sein möchte. „Auf jeden Fall in der Altenarbeit.“

Der Lebensbaum aus dem AWH ist noch bis Sonntag in der Ausstellung des Bischöflichen Generalvikariates Münster „Lebensbaum – Botschaften Hochbetagter zum Frieden“ in der Orangerie des Botanischen Gartens in Münster zu sehen. 

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