Erziehungsberatungsstelle im Caritasverband stellt Jahresbericht 2007 vor  

Im Jahr 2007 war es uns wichtig, unsere Arbeit noch stärker unter den Präventionsgedanken zu stellen", erklärte Christiane Fließ, stellvertretende Leiterin der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Caritasverbandes Tecklenburger Land e.V. anlässlich der Vorstellung des Jahresberichtes 2007. "In diesem Zusammenhang und noch unter dem Eindruck des Amoklaufs in Emsdetten haben wir uns intensiv mit dem Thema "Einfluss aggressiver Computerspiele auf die kindliche Psyche'" befasst. Dabei sind wir auf einen Beitrag von Prof. Gerald Hüther gestoßen, einer der führenden Neurobiologen, der sich genau mit diesem Thema beschäftigt."

In dem Artikel von Prof. Hüther, den wir freundlicherweise im Jahresbericht abdrucken durften, stellt er sehr eindrucksvoll dar, welche Gefahren es in sich birgt, wenn Kinder und Jugendliche zu viel Zeit vor dem Computer verbringen. Er zeigt auf, wie sie den Bezug zur realen Welt, zur Wirklichkeit aber auch zu sich selbst verlieren können. Daraus leitet er ab, dass Menschen Computerspiele dann besonders attraktiv finden, wenn ihnen im realen Leben etwas fehlt. "Angesichts der Entwicklung im Computer- und Internetbereich wird uns dieses Thema auch in Zukunft weiterhin beschäftigen", fügt Guido Holtkamp, Diplom-Sozialpädagoge hinzu.

Der Diplom-Psychologe Wilhelm Reiners führt dann weiter aus, dass das Thema 'Frühe Prävention' auch die Unterstützung von Familienzentren an Kindertagesstätten bedeutet. "Aus diesem Grunde sind wir weiterhin im Familienzentrum Arche in Hörstel und im Familienzentrum St. Ludwig in Ibbenbüren tätig geblieben. Seit Ende 2007 kooperieren wir auch intensiv mit den zwei neuen Familienzentren in Mettingen (Zusammenschluss Martin Kindergarten / Agatha Kindergarten / Marien Kindergarten und der Arche) sowie den neuen Familienzentren 'Sonnenblume' in Ibbenbüren-Laggenbeck, dem Stadtkindergarten Ibbenbüren und dem 'Dionysius Kindergarten' in Recke."

"In allen Kindertagesstätten bieten wir unter anderem eine offene Sprechstunde für Eltern und Erzieherinnen an", ergänzt die Diplom-Sozialpädagogin Jutta Austermann. "Da viele Eltern in ihrem Erziehungsverhalten verunsichert sind, haben wir in Kooperation mit anderen Beratungsstellen im Kreis Steinfurt ein Elterntraining entwickelt, welches sich auf unterschiedliche Altersgruppen von Kindern bezieht und bei denen grundlegende Bedingungen für die psychische Entwicklung des Kindes mehr Berücksichtigung finden." D.h. ganz konkret, dass der Alltag von Familien je nach Alter der Kinder sehr unterschiedlich aussieht. "Die Entwicklungsaufgaben der Kinder sind sehr verschieden und entsprechend bestimmen unterschiedliche Themen die Beziehung zwischen den Eltern und ihren Kindern. Es kommt jeweils eine andere Dynamik zum Tragen. Auf diese Thematik gehen wir mit dem "Steinfurter Modell" ein", fügt Silke Stratmann, Diplom-Sozialpädagogin hinzu.

Ein weiteres Angebot, das im Jahresbericht 2007 näher beschrieben wird, ist die "Gruppe für von Mobbing betroffene Schüler". Dieses Thema hat in den letzten Jahren immer mehr Beachtung in der Öffentlichkeit gefunden. "Das Ziel dieser Gruppe ist zum einen die Aufarbeitung der leidvollen Erfahrungen von Schülern durch Mobbing, zum anderen sollen Abgrenzungsmöglichkeiten und Abwehrstrategien mit Hilfe der Gruppe entwickelt werden", so der Diplom-Sozialpädagoge Wilfried Schade.

Im Berichtsjahr reduzierte sich die Anzahl der direkten Anmeldung in der Beratungsstelle (s. Hilfe in Zahlen). "Es wäre schön, wenn dieses bereits ein Ergebnis unserer intensiven Präventionsarbeit wäre", so abschließend Christiane Fließ.

Hilfe in Zahlen und Kontakt

Die Anzahl der Anmeldungen in Ibbenbüren hat sich im Jahre 2007 im Vergleich zu 2006 von 643 Familie auf 579 reduziert. In den Beratungsprozess einbezogen waren insgesamt 2.269 Personen.

Betreut wurden im Jahre 2007 insgesamt 935 Familien, d.h. 6 % weniger als im Jahr 2006 (994 Familien). Alle Erziehungsberatungsstellen im Kreis Steinfurt haben in dem Jahr 2007 zusammen 4.800 Familien betreut. Insgesamt waren 11.421 Personen mit in den Beratungsprozess einbezogen.

Den gesamten Inhalt des Jahresberichtes 2007 können Sie hier ersehen.

Anmeldung und Information:

Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder
Klosterstr. 19
49477 Ibbenbüren
Telefon: 05451 500223

Das Team der Erziehungsberatungsstelle (v.l.): Guido Holtkamp, Claudia Suffner, Wilhelm Reiners, Silke Stratmann, Jutta Austermann, Christiane Fließ, Andrea Winkelhues, Reinhilde Plake und Wilfried Schade. Es fehlen der Leiter der Beratungsstelle, Heinz-Josef Hülsmann sowie die Mitarbeiterinnen Dorothea Winter, Bärbel Hülsmann und Miriam Lösch.